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Vorfilter in der industriellen CT.

Warum dünne Metallplatten vor dem Bauteil die Bildqualität verbessern – und wie man das richtige Filtermaterial wählt.

Computertomographie · Praxis

Ein kleines, oft unterschätztes Bauteil entscheidet in der industriellen Computertomographie maßgeblich über die Bildqualität: der Vorfilter. Dabei handelt es sich um eine dünne Metallplatte, die zwischen Röntgenröhre und Prüfteil in den Strahlengang gesetzt wird. Richtig eingesetzt, reduziert sie störende Artefakte und verbessert die Aussagekraft der Messung deutlich. Dieser Beitrag erklärt, warum gefiltert wird, welche Materialien zum Einsatz kommen und worauf bei der Filterwahl zu achten ist.

Warum überhaupt filtern?

Eine Röntgenröhre erzeugt kein einheitliches, sondern ein breites Strahlenspektrum – mit nieder- und hochenergetischen Anteilen. Die niederenergetischen (weichen) Strahlen werden im Bauteil besonders stark absorbiert und tragen kaum zur Bildinformation bei. Sie sind aber die Hauptursache für die sogenannte Strahlaufhärtung (Beam Hardening): Weil das Spektrum beim Durchgang durch das Material „aufhärtet", entstehen typische Artefakte – etwa scheinbar dunklere Bereiche im Bauteilinneren oder helle Ränder.

Ein Vorfilter entfernt einen Großteil dieser weichen Strahlung, bevor sie das Bauteil erreicht. Das Ergebnis ist ein gleichmäßigeres Strahlenspektrum, weniger Artefakte und ein gleichmäßigerer Grauwertverlauf im rekonstruierten Volumen.

Welche Filtermaterialien gibt es?

In der industriellen CT werden überwiegend drei Metalle als Vorfilter eingesetzt. Sie unterscheiden sich in ihrer Filterwirkung – je höher die Ordnungszahl und Dichte, desto stärker werden die weichen Strahlanteile herausgefiltert:

Richtwerte für die Filterwahl

Die folgende Tabelle gibt eine grobe Orientierung, welcher Filter bei welcher Aufgabe typischerweise in Frage kommt. Es handelt sich ausdrücklich um Erfahrungs- und Beispielwerte – die optimale Filterung wird im Einzelfall am Gerät ermittelt.

Material / AufgabeTypische SpannungÜblicher Vorfilter (Beispiel)
Kunststoffe, leichte Werkstoffeniedrig (z. B. bis ~120 kV)kein Filter oder dünnes Aluminium (z. B. 0,5–1 mm)
Aluminium, leichte Metallemittel (z. B. ~120–180 kV)Kupfer dünn (z. B. 0,5–1 mm)
Stahl, dichte Metalle (kleiner Querschnitt)hoch (z. B. ~180–220 kV)Kupfer (z. B. 1–2 mm)
Stahl / dichte Bauteile (große Wandstärke)sehr hoch (z. B. > 220 kV)Zinn oder Kupfer dick (z. B. 1–2 mm Zinn)
Wichtiger Hinweis: Die genannten Werte sind allgemeine Orientierungswerte aus der CT-Praxis und keine verbindlichen Vorgaben. Die optimale Filterung hängt immer vom konkreten Bauteil (Material, Geometrie, Wandstärke), den Geräteparametern und dem Messziel ab und sollte am jeweiligen CT-System ermittelt und verifiziert werden.

Worauf bei der Filterwahl zu achten ist

Die Filterung ist immer ein Kompromiss. Ein stärkerer Filter reduziert die Aufhärtung und verbessert die Bildqualität – kostet aber Strahlungsintensität, was zu längeren Belichtungszeiten oder höherem Rauschen führen kann. Folgende Punkte sind in der Praxis wichtig:

Filtereinsatz bei 3DMT

Für jede Messaufgabe wählen wir Spannung, Strom und Vorfilter passend zum Bauteil – mit dem Ziel, Artefakte zu minimieren und ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie auf der Seite Industrielle Computertomographie sowie im Grundlagenbeitrag Industrielle CT erklärt.

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